… und alles drehte sich um den Zirkus – Mädchenfreizeit in den Pfingstferien 2015

Der Hintergrund

Die Mädchen unterschiedlicher Nationalitäten leben mit ihren Müttern aufgrund einer Gewaltsituation für eine unbestimmte Zeit im Frauenhaus oder sind in der Mädchengruppe der FrauenInterventionsstelle angebunden. Alle haben zu Hause Gewalt gegen ihre Mütter und z.T. auch gegen sich selbst erlebt. Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder hat zahlreiche und schwerwiegende körperliche und seelische Auswirkungen. Unsere Frauenhaus-bewohnerinnen, die Frauen, die Unterstützung in der Beratungsstelle suchen und ihre Kinder sind ausnahmslos psychisch stark belastet und erschöpft.

Für die meisten Kinder bedeutet eine solche Freizeit eine willkommene Auszeit von dem stressigen Alltag des beengten Zusammenlebens im Frauenhaus oder zu Hause. Eine Auszeit, die nicht nach wenigen Stunden schon wieder vorbei ist. Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrung reagieren oft mit Zurückgezogenheit, Konzentrationsschwächen, Aggression, Schlaf-störungen und/ oder anderen Verhaltensauffälligkeiten. Für Kinder mit Migrationshintergrund kommen oft Sprachbarrieren hinzu, die es ihnen zusätzlich erschweren, mit neuen Situationen zurechtzukommen und in fremder Umgebung neues Selbstvertrauen zu entwickeln.

So schön war die Zeit und viel zu schnell ging sie vorüber, doch geblieben sind die vielen schönen Erinnerungen und guten Erfahrungen.

So schön war die Zeit und viel zu schnell ging sie vorüber, doch geblieben sind die vielen schönen Erinnerungen und guten Erfahrungen.

Das Ziel wurde erreicht

In der zweiten Pfingstferienwoche ging es nach langer Planung und Vorbereitung, zusammen mit den Mädchen und Müttern los. Die Busse, mit Mädchen und Gepäck beladen rollten aus der Stadt heraus und fröhlich fuhren wir in den Urlaub. Für 10 Mädchen ging ein kleiner Traum in Erfüllung, denn 5 Tage Ferien in unberührter Natur auf der Schwäbischen Alb und das mit einem tollen Zirkusprojekt war genau das was die Mädchen sich gewünscht hatten. Jede Gruppe bezog ein eigenes Ferienhäuschen, die Betten wurden hergerichtet, Koffer ausgepackt, Kühlschränke eingeräumt, Spiele ausgepackt, das Haus für die gemeinsame Zeit gemütlich hergerichtet. Danach wurde die Umgebung erkundet, die Ponys und Hasen gestreichelt, die Öffnungszeiten des Schwimmbads erfragt, gemeinsam gekocht, Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen um dann nach einem ereignisreichen Tag einzuschlafen.

Ganz sicher war es auf jeden Fall mehr als eine willkommene Chance, für ein paar Tage Abstand vom stressigen Alltag und den schwierigen häuslichen Verhältnissen zu bekommen und einfach Kind sein zu dürfen.

Mit Unterstützung der Zirkus und Theaterpädagoginnen vom Zirkus Zambaioni konnte jedes Mädchen wachsen. Selbstvertrauen, Anerkennung innerhalb und außerhalb der Gruppe, Spaß, Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Austausch mit anderen Mädchen, auch über das oftmals furchtbare Erleben von Gewalttätigkeiten, Sprachhemmungen überwinden, Wut und Mut spüren und zulassen, Vertrauen in die Zuverlässigkeit Dritter fassen, gegenseitige Akzeptanz üben, … all das und mehr haben die Mädchen erfahren.

Auch wenn die Arbeit mit dem Zirkus zunächst auf diese Maßnahme begrenzt ist, sind wir sicher, dass die Kinder und Jugendlichen durch die Freizeit Stärkung und wichtige Impulse erhalten haben, die sich nachhaltig positiv auf die weitere Entwicklung eines jeden Kindes und Jugendlichen bis ins Erwachsenen-alter auswirken werden (gesunde Kinder – starke Erwachsene).

Ein herzliches Dankeschön an die Unterstützer*innen!

Nur durch die Unterstützung der Stuttgarter Zeitung und der Allianz Stiftung konnte diese Freizeit realisiert werden, wofür wir uns im Namen aller Beteiligten an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchten!

 

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